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Historische Zeitlinie

1866

Georg Michael Pfaff

1866 Georg Michael Pfaff 300
Die Reparatur einer „Wundermaschine“ aus Amerika, die das Nähen anstatt mit der Hand mit einer Maschine erledigen kann, beeindruckt den bisherigen Blechinstrumentenbauer Georg Michael Pfaff sehr und inspiriert ihn dazu, am Standort Ecke Hirschgasse/Langgasse (heute Mozartstraße/Eisenbahnstraße) Nähmaschinen nachzubauen und zu verkaufen.
(Bild: PFAFF-Archiv)

1866

1873

Modell C

 

1873 Modell C 300

Georg Michael Pfaff tritt die Instrumenten-herstellung an seinen Bruder, Franz Pfaff, ab und konzentriert sich fortan auf die reine Näh-maschinenproduktion. Bis zum Ende des Jahres werden 1.500 Maschinen hergestellt, darunter das 4 Jahre zuvor erstmals unter dem Marken-namen "G. M. Pfaff" angebotene Modell C. Der Jahresumsatz beläuft sich auf 96.444 Mark.
(Bild: PFAFF-Archiv)

1875

Werk Mozartstraße

 

1875 Werk Mozartstrasse 300

Aufgrund anhaltend steigender Auftragszahlen wird in der Mozartstraße ein neues, größeres Fabrikhauptgebäude errichtet.
(Bild: PFAFF-Archiv)

1875

1880

Warenzeichen

 

1880 Warenzeichen 300

Das Warenzeichen „G. M. Pfaff mit Krone“ wird beim Landgericht Kaiserslautern im Juli an-gemeldet. Ab diesem Jahr werden die Produkte nur noch unter dem Namen PFAFF angeboten. Die Marke gewinnt dank intensiver Bewerbung durch Jacob Pfaff, jüngerer Sohn des Firmen-gründers und kaufmännischer Direktor, schnell an Popularität und Renommee.
(Bild: Rolf Müller (Herausgeber), "Kaiserslautern - Stadt der Nähmaschinen", 1. Auflage 2011)

1893

Georg Pfaff

 

1893 Georg Pfaff 300

Am 30. Oktober stirbt Georg Michael Pfaff an den Folgen eines Herzinfarkts. Die Firma wird vom ältesten Sohn, Georg Pfaff, weitergeführt. Der jüngere Sohn, Jacob Pfaff, fungiert wie bisher weiter als kaufmännischer Direktor und Prokurist. Dank seiner engagierten Werbe-strategie wachsen besonders die ausländischen Absatzmärkte.
(Bild: PFAFF-Archiv)

1893

1894

Wachstum

Pfaffgelände am Stadtrand 1905

Nach Inkrafttreten des Warenzeichengesetzes ist das vorgemerkte "Fabrik-Zeichen" ab Dezember gesetzlich geschützt. Die produzierte Jahresstückzahl erreicht inzwischen 35.000, während sich der Jahresumsatz auf gut anderthalb Millionen Mark beläuft. Bedingt durch das anhaltend starke Wachstum entsteht am neuen Standort Galgenberg am westlichen Stadtrand (heute Königstraße) ein größeres Betriebsgelände. Die Umsiedlung des Unter-nehmens wird 12 Jahre später abgeschlossen.
(Bild: PFAFF-Archiv)

1914

Kriegsschäden

 

1914 Kriegsschaeden 300

Während des 1. Weltkriegs wird PFAFF zur Herstellung von Kriegsgütern verpflichtet. Alle wehrfähigen männlichen Mitarbeiter werden eingezogen; in der Fabrik verrichten vorwiegend ungelernte Mädchen und Frauen die Arbeit. Im Oktober wird das Werk II von englischen Bombern fast vollständig zerstört.
(Bild: PFAFF-Archiv)

1914

1917

Lina Pfaff

 

1917 Lina Pfaff 300

Am 21. April erleidet Georg Pfaff wie sein Vater einen tödlichen Herzinfarkt. Da er unverheiratet und kinderlos stirbt, geht das Unternehmen in den Besitz seiner Schwester Lina über, die die Leitung des Werks jedoch umgehend lang-jährigen und loyalen Weggefährten ihres Bruders (den Herren Himmer und Kessler) überträgt. Ihr überaus ausgeprägtes soziales Engagement zeigt sich außer in Form wiederholter Sonderzahlungen aus ihrem Privatvermögen an die Belegschaft unter anderem in der Gründung des Lina-Pfaff-Bads, einer Kinderkrippe und einer Wohnsiedlung.
(Bild: PFAFF-Archiv)

1926

PFAFF wird Aktiengesellschaft

Lina Pfaff wandelt das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um, bleibt aber als Aufsichts-ratsvorsitzende formell tätig. Zuvor adoptiert sie ihren Neffen Karl Pfaff, den Sohn ihres verstorbenen Bruders Jakob, da sie selbst nie verheiratet war und keine eigenen Kinder hat.

1926

1929

Karl Pfaff

 

1929 Karl Pfaff 300

Am 17. Juni stirbt Lina Pfaff im Alter von 75 Jahren. Ihr Tod wird von den Bürgern Kaisers-lauterns mit größter Anteilnahme betrauert. Ihr Adoptivsohn Karl übernimmt die Position des Generaldirektors. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten 5.621 Mitarbeiter im Unternehmen. Während Karl Pfaffs Inhaberschaft werden die Produk-tionsstätten vor dem 2. Weltkrieg erheblich erneuert und erweitert.
(Bild: PFAFF-Archiv)

1939-1945

Zweiter Weltkrieg

 

 WW2

Ab 1939 muss die Produktion - wie schon wäh-rend des 1. Weltkrieges - wieder auf Rüstungs-güter umgestellt werden. Aufgrund der Mobil-machung und dem daraus resultierenden Mangel an Arbeitskräften werden später auch Zwangsarbeiter bei PFAFF eingesetzt. Bis Ende 1944 fallen zwei Drittel der Werksanlagen alliierten Bombenangriffen zum Opfer. Nach Kriegsende erteilen die französischen Besatzer schließlich die Erlaubnis zum Wiederaufbau. Dieser wird zügig vorangetrieben, so dass elf Jahre nach Kriegsende schon wieder die Vorkriegs-Produktionszahlen erreicht werden.

1939-1945

1952

PFAFF wächst weiter

Karl Pfaff - und mit ihm der letzte Repräsentant der Gründerfamilie Pfaff - stirbt am 15. August. Sein bisheriger Stellvertreter, Hugo Lind, wird neuer Vorstand und Direktor. Bei der Unter-nehmensleitung unterstützen ihn noch drei weitere Vorstände. Mitte der fünfziger Jahre beschäftigt das Unternehmen rund 7.000 Mitarbeiter und ist weltweit erfolgreich vertreten.

1957

Erwerb erster Tochterfirmen

PFAFF übernimmt den Elektronikhersteller ELTE in Landstuhl, um selbst die entsprechenden internen Bedarfe decken zu können.

 

ELTE Landstuhl (Bild: PFAFF-Archiv)

 

Im gleichen Jahr werden 75% der Aktien des ehemaligen Kaiserslauterner Konkurrenten Gritzner-Kayser & Co. in Karlsruhe übernommen, nachdem die dortige Produktion zum größten Teil einem Brand zum Opfer gefallen ist.

 

 

 

1957

1960

Spartentrennung

Die Herstellung von Haushaltsmaschinen wird ins Karlsruher Werk verlagert, das künftig unter PFAFF-Haushaltmaschinen GmbH firmiert, anhaltend schlechte Umsatzzahlen schreibt und deshalb vom Stammwerk bezuschusst werden muss. Die Industriemaschinenproduktion bleibt in Kaiserslautern, jedoch aufgrund der Sparten-trennung mit entsprechend reduzierter Mitarbeiteranzahl. Ab diesem Jahr werden PFAFF-Aktien an der Frankfurter Börse gehandelt. Die Werkzeug-Maschinenfabrik entsteht, die nicht nur Lehren und Vorrichtungen für den Eigenbedarf fertigen und eigene Maschinen reparieren, sondern das Angebotsportfolio auch um Werkzeugmaschinen erweitern soll.

1965

Deutsch-japanische Kooperation

Preisgünstige japanische Import-Nähmaschinen werden zum Handel in Deutschland zuge-lassen. PFAFF reagiert durch eine deutsch-japanische Kooperation mit der Janome Sewing Machine Co. Ltd. Diese liefert billig produzierte Teilsätze ans Karlsruher Werk, wo die Haushaltmaschinen montiert und mit dem PFAFF-Markenzeichen versehen werden.

1965

1968

Verlagerung

Die Landstuhler Elektroniktochter Elte wird nach Karlsruhe-Durlach verlagert; über 500 Pfälzer Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.

Ab 1970

Sinkende Nachfrage

Dieses Jahrzehnt ist geprägt von der Entwicklung neuer Produktsparten (Materialschweiß-, Transportanlagen, Industrieroboter) sowie mehr oder weniger erfolgreicher Firmenbeteiligungen/-übernahmen und der Gründung diverser Tochter- und Vertriebsgesellschaften. 1973 wird das Werk Kaiserslautern um eine große neue Produktions- und Lagerhalle an der Königstraße erweitert. Die Resonanz des Marktes auf die neuen Produkte bleibt aber weit hinter den Erwartungen zurück. Ab 1974 sinkt die Nachfrage nach Industrienähmaschinen kontinuierlich; der anhaltend rückläufige Auftragsbestand macht immer öfter Kurzarbeit erforderlich.

Ab 1970

1988

Ära Schuppli

Wolfgang Schuppli, Rechtsanwalt aus Wiesbaden und seit 1986 Aufsichtsrats-vorsitzender von WMF, erwirbt die Aktienmehrheit und plant eine umfassende Unternehmenssanierung.

1993

Verkauf an James Henry Ting

Da seine Sanierungsbemühungen bei PFAFF erfolglos bleiben, verkauft Schuppli seine Anteile an den Hongkonger Geschäftsmann und als profitorientierter Finanzmanager berüchtigten James Henry Ting, Eigentümer der Semi-Tech (Global) Co. Ltd. mit Sitz auf den Bermudas. PFAFF beschäftigt zu diesem Zeitpunkt noch gut 4.200 Mitarbeiter; ein sukzessiver Personal-abbau nimmt jedoch seinen Anfang.

1993

1997

Aus Konkurrenten werden Partner

Ting erzwingt von seiner eigenen Semi-Tech-Tochtergesellschaft Singer den Ankauf seiner PFAFF-Anteile und nimmt dabei sogar eine wirtschaftliche Schieflage von Singer in Kauf. Um die Lage zu verbessern, vereinen sich Singer und PFAFF wenig später zu einem Konzern.

1999

Erste Insolvenz

Infolge massiver Umsatzeinbrüche, ausgelöst durch die katastrophale Wirtschaftslage, muss für PFAFF erstmals Insolvenz angemeldet werden. PFAFF und Singer gehen wieder getrennte Wege. Der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Robert Wieschemann aus Kaiserslautern, beginnt, das Unternehmen zu zerstückeln und zu veräußern.

1999

2000

Neuer Investor

Husqvarna Viking aus Schweden erwirbt die Sparte Haushaltsnähmaschinen einschließlich der PFAFF-Markenrechte. Der Bereich Industrie-maschinen firmiert anschließend als PFAFF Industriemaschinen AG.

2001

Rimoldi Necchi

Die PFAFF Industriemaschinen AG wird an den Mailänder Nähmaschinenhersteller Rimoldi Necchi verkauft.

2001

2002

Bianchi Maré

Bianchi Maré (einer der größten Händler für PFAFF-Industrienähmaschinen) erwirbt 95% der PFAFF-Anteile; die restlichen 5% hält die Mai-länder Handelsbank Efibanca. Die Marke „PFAFF“ darf unter einer Lizenz von Husqvarna Viking weiter genutzt werden. Das Joint-Venture-Unternehmen Shanghai PFAFF-Zoje Machinery Industry LTD geht aus der Vereinigung mit dem chinesischen Nähma-schinenhersteller Zoje Sewing Machine Co. Ltd. hervor.

2005

GCI BridgeCapital AG

Die bisherigen Aktionäre übertragen ihre Aktien vollständig an die Münchener Investment-gesellschaft GCI BridgeCapital AG (München), wodurch bilanzielle Altlasten bereinigt und eine positive Eigenkapitalquote von rund 30% geschaffen werden können.

2005

2007

PFAFF wieder an der Börse

Im Januar wird die PFAFF Industriemaschinen AG erstmals wieder mit einem Eröffnungskurs von 2,42 € am Kapitalmarkt notiert. Im Oktober beginnt der Neubau eines an die stark geschrumpfte Anzahl von 275 Beschäftigten angepassten, kleineren Werks im Industrie-gebiet Kaiserslautern Nord, das allerdings aufgrund der vor Fertigstellung eintretenden Insolvenz der PFAFF Industriemaschinen AG im Jahre 2009 nicht mehr bezogen werden kann.

2008

Weitere Investorensuche

GCI hält nur noch 62% der Aktienanteile des Unternehmens; 12% wurden an die Mailänder Banco Popolare übertragen. Da GCI künftig ohnehin nur noch eine Minderheitsbeteiligung an PFAFF halten will, beginnen Verhandlungen über den Verkauf der Aktienmehrheit mit diversen Investoren. Im September beantragt das Unternehmen beim Amtsgericht Kaiserslautern die Eröffnung des zweiten Insolvenzverfahrens.

2008

2009

Zweite Insolvenz

Dem zweiten Insolvenzantrag wird Anfang Januar entsprochen. Als Verwalter bestellt das Gericht Paul Wieschemann, der den Geschäftsbetrieb der PFAFF Industriemaschinen AG fortführt; der Großteil der verbliebenen Beschäftigten wechselt in eine Auffang-gesellschaft. Fortführungskonzepte werden von vier Interessenten abgegeben: vom deutschen Nähmaschinenhersteller Dürkopp-Adler, von den chinesischen Nähmaschinenherstellern Typical und Jack sowie vom mittelständischen Maschinenbauunternehmer Joachim Richter aus Konken. Letzterer kann sich gegen seine Mitbewerber durchsetzen, da sein Konzept den Erhalt der meisten Arbeitsplätze vorsieht. Das Unternehmen firmiert fortan unter PFAFF Indus-triesysteme und Maschinen AG. Die Mitarbeiter fertigen im Kaiserslauterer Stammwerk Industrienäh- und Textilschweißmaschinen. Das ehemalige PFAFF-Gelände an der Königstraße wird endgültig aufgegeben.

2012

Umstrukturierung

Im Mai kündigt Richter aufgrund von Verlusten im Geschäftsjahr 2011 eine Umstrukturierung des Unternehmens an; im August überträgt er seine Anteile an eine Treuhand und verzichtet damit auf Mitsprache bei der weiteren Entwicklung des Unternehmens.

2012

2013

Shanggong (Europe) Holding Corp. GmbH

Im März wird die PFAFF Industriesysteme und Maschinen AG an die chinesische Shanggong (Europe) Holding Corp. GmbH verkauft, die auch Eigentümerin des bisherigen PFAFF-Konkurrenten Dürkopp ist.

2014

PFAFF-Areal-Entwicklungsgesellschaft

Zwecks einer städtebaulichen Entwicklung des brachliegenden ehemaligen Betriebsgeländes der Firma PFAFF wird am 6. November die PFAFF-Areal-Entwicklungsgesellschaft mbH (PEG) gegründet. Einzige Gesellschafterin ist die Stadt Kaiserslautern. Am 3. Dezember 2014 erwirbt die Stadt Kaiserslautern 85% (ca. 17 von rund 20 ha) des früheren PFAFF-Geländes vom Vorbesitzer, der insolventen Grundstücks-gesellschaft Black & Blue, für den symbolischen Preis von 1 €. Die private Immobiliengesell-schaft Pfaff-Campus-Projekt (PCP) kauft die restlichen 15% des Geländes.

2014

2016

Spatenstich

 

2016 Spatenstich 300

Der erste Spatenstich zum Start der Rück-bauarbeiten auf dem stillgelegten PFAFF-Gelände erfolgt am 4. November.

(Foto: Amtsblatt Kaiserslautern.)

Zeitlinie

1866 Georg Michael Pfaff

1866 Georg Michael Pfaff 300Die Reparatur einer „Wundermaschine“ aus Amerika, die das Nähen anstatt mit der Hand mit einer Maschine erledigen kann, beeindruckt den bisherigen Blechinstrumentenbauer Georg Michael Pfaff sehr und inspiriert ihn dazu, am Standort Ecke Hirschgasse/Langgasse (heute Mozartstraße/Eisenbahnstraße) Nähmaschinen nachzubauen und zu verkaufen.
(Bild: PFAFF-Archiv)

1873 Modell C
1875 Werk Mozartstraße
1880 Warenzeichen
1893 Georg Pfaff
1894 Wachstum
1914 Kriegsschäden
1917 Lina Pfaff
1926 PFAFF wird Aktiengesellschaft
1929 Karl Pfaff
1939-1945 Zweiter Weltkrieg
1952 PFAFF wächst weiter
1957 Erwerb erster Tochterfirmen
1960 Spartentrennung
1965 Deutsch-japanische Kooperation
1968 Verlagerung
Ab 1970 Sinkende Nachfrage
1988 Ära Schuppli
1993 Verkauf an James Henry Ting
1997 Aus Konkurrenten werden Partner
1999 Erste Insolvenz
2000 Neuer Investor
2001 Rimoldi Necchi
2002 Bianchi Maré
2005 GCI BridgeCapital AG
2007 PFAFF wieder an der Börse
2008 Weitere Investorensuche
2009 Zweite Insolvenz
2012 Umstrukturierung
2013 Shanggong (Europe) Holding Corp. GmbH
2014 PFAFF-Areal-Entwicklungsgesellschaft
2016 Spatenstich

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